Schon einmal gab es diesen Bericht. Diesen möchte ich nun aber einmal generalüberholen und erkläre, worum es hier geht: Jede lesbische Frau sieht sich fast immer dem Schicksal gegenüber sich outen zu müssen. Fragen über Fragen, warum man beispielsweise keinen Freund hat, was man privat unternimmt oder warum man nie über sein Privatleben redet. “Ich gehe auf eine Lesbenparty” wird dann mit “Ich gehe auf eine Party” ersetzt. Dann kommen die Fragen: “Auf welche denn? Von einem Freund?” *ratter, ratter* Welche Lüge könnte man jetzt auftischen? Da man nicht auf Dauer mit diesem “Geheimnis” leben kann, ich jedenfalls nicht, outet man sich. Jetzt aber fangen die Fragen oder gar das Zeigen von Abneigung erst richtig an.
Hier also die Fragen der Heterosexuellen und die möglichen Antworten einer lesbischen Frau:
Diese Frage könnte man meistens mit der Gegenfrage stellen, warum man glaubt
hetero zu sein. Wir wissen, dass wir uns zu dem anderen oder gleichen Geschlecht schlicht hingezogen fühlen. Du schaust einen Mann an und nichts passiert. Du schaust eine hübsche Frau an und dein Herz klopft. Plötzlich wirst du ganz nervös. Du beginnst zu schwärmen, dich zu verlieben und am Ende liebst du. Es handelt sich um eine Anziehungskraft, der man sich nicht entziehen oder ignorieren kann.
Pauschal kann eigentlich keiner wissen oder sagen, dass er zu 100 % hetero oder homosexuell ist, nur fühlen wir uns immer mehr zu einem Geschlecht hingezogen. Die einen mehr, die anderen weniger. Die einen leben es aus, die anderen nicht.
Wenn ich einen Freund hatte, war ich überhaupt nicht daran interessiert ihm näher zu kommen. Als ich meine erste Freundin kennen und lieben lernte war dies ganz anders.
Als ob Sex letztendlich der Schlüssel zur Sexualität sei. Auch Lesben könnten Sex
mit Männern haben ohne ihn unbedingt schlecht zu finden. Bei der Liebe und der Anziehungskraft zweier Menschen spielen ganz andere Faktoren eine Rolle. Sprüche wie: “Wenn du schon mit einem Mann geschlafen hast und es war nicht gut, war er einfach nicht der Richtige” oder gar “du brauchst halt einen richtigen Mann!” sind typische Aussagen. Es kommt letztlich auf das Zwischenmenschliche an. Würden lesbische Frauen eine Beziehung zu einem Mann führen wollen? Definitiv nicht. So wäre das zumindest bei mir.
Wie gesagt gibt es auch Lesben die mit Männern schlafen – “just for fun” (Anmerk. Lmag Interview), aber auch sie trennen dies von Gefühlen, Liebe und betrachten sich auf Grund dieser Tatsache nicht als bisexuell. Ich glaube, selbst wenn ich jemals auf einen Mann treffe, mit den ich ins Bett gehen würde, würde sich, was meine Sexualität angeht, nichts ändern.
Diese Vorstellung von lesbischen Sex haben leider sehr viele Leute. Es hört sich abschreckend und eklig an. Bevor mir bewusst wurde, in welche Richtung ich tendiere, konnte ich mir auch nie vorstellen, wie das funktionieren sollte. Es wäre doch sicher eintönig, langweilig, falsch und eklig. Es gab sogar eine Zeit, als Kind, da hatte ich eher eine intolerante Einstellung, weil ich es ja nicht “kannte” und selten in der Öffentlichtkeit gesehen habe.
Wir “Lesben” praktizieren im Grunde dasselbe, wie die Heten (Mann & Frau), nur dass wir kein “Ding” haben.
Das sog. “Rumfingern”, ein schrecklicher Begriff, ist etwas, das die meisten Frauen höchstwahrscheinlich schon einmal selbst mit sich gemacht haben. Ist es weniger abartig, weil man allein ist? Es soll auch Männer geben, die nicht nur einfach ihr Rohr verlegen wollen und ihre Frauen an ihren intimsten Stellen berühren. Ist das schlimm? Mögen wir es? Mit Sicherheit. Warum sollen es dann nicht auch Frauen bei anderen Frauen machen?
Lesbensex ist jedenfalls sehr “nahe” und intim. Ein Mann und eine Frau müssen, je nach Stellung, nicht immer unbedingt nahe beieinander sein. Neben Oralsex und “rumfingern” gibt es auch noch andere Dinge, z. B. die sog. “Tribadie” oder um es endlich mal für Ahnungslose zu übersetzen “Reibungen”. Es wird häufig gemacht und man kann beliebig experimentieren.
Es kann also durchaus vorkommen, dass Lesben Sex haben, ohne sich oral zu befriedigen oder eben “rumzufingern” – wer hätte das gedacht???
Daneben gibt es auch einige “Spielzeuge” die man verwenden kann. Vibratoren, Dildos etc., aber nicht jede Lesbe steht darauf.
Wenn heterosexuell sein auch eine Phase ist? Nein, oder? Man könnte von einer Phase sprechen, wenn man zuvor nur mit Männern zusammen war und dann für kurze Zeit mit einer Frau, später aber erkannt hat, dass man doch lieber zu Männern tendiert.
Mein damaliger Frauenarzt sprach auch von einer Phase. Mittlerweile lebe ich meine Sexualität ca. 10 Jahre aus. Eine lange Phase oder?
Überraschenderweise gaben in einer weiteren Ausgabe der Lmag nur 8 % der Frauen an, “Butch” zu sein.
Für manche “Femme-Lesben” stellen die “Butch-Lesben” einen Makel dar. Jeder
Hetero glaubt nämlich immer – und das sind Vorurteile gegen die wir “Femmes” kämpfen – dass a) alle Lesben hässlich sind, b) ja nur keinen Mann abkriegen, c) kurze Haare und Muskeln wie ein Kerl haben.
Die Butch-Lesben repräsentieren das Lesbisch-Sein zum größten Teil genau so, wodurch Vorurteile (besonders in Deutschland) nur schwer abgebaut werden. Die Frage kann ich daher so beantworten, dass sehr viele Lesben kurze Haare, ein markantes Gesicht haben und somit dem Mannsweiber-Klischee entsprechen. Jedoch sollten die Heten nie vergessen, dass es auch hübsche, weibliche Lesben gibt (und ja, auch Butch-Lesben können toll aussehen) und man sich Antworten wie: “Du bist lesbisch? Das sieht man dir ja gar nicht an”, stecken kann.
Ich habe aber jetzt herausgefunden, warum so viele Lesben kurze Haare tragen und oft maskulin wirken. Es handelt sich hierbei um den sog. “Gaydar”, abgeleitet von “Radar”. Eine Lesbe, vielleicht sogar eine Leserin dieses Blogs, sagte mal: “Ich will für andere Lesben kenntlich sein” und andere beschimpfen die “Femme”-Lesben als “heterosexualisiert”, weil sie nicht wie Lesben aussehen und sich nicht so verhalten.
Wir sind so damit beschäftigt aufzupassen, dass wir keine Frau zu lange angucken, dass wir gar nicht die Möglichkeit bekommen solche Gedanken zu hegen. Ich z. B.
beziehe das mal auf mich, denn ich schaffe es nicht lange eine Frau anzusehen, da ich in gewissen Situationen alles andere als “out” sein möchte. Ich denke dann “denkt sie etwas? Merkt sie, dass ich lesbisch bin?” – Ich muss diese Frau ja nicht mal hübsch finden! Ich denke aber immer: Blicke verraten meine Sexualität. Paranoid. Man kann es immer mit dem Satz beantworten, dass auch nicht jede Frau jeden Mann schön findet und so ist es auch bei Lesben.
Die Frage müsste lauten: Seit wann bist du “Out”? Oder: “Wann wurde es dir klar?”
Lesbisch, Schwul oder Hetero ist jeder für sich schon immer. Man muss nur herausfinden was man davon ist.
Jeder mit einer tollen oder auch schlechten Kindheit, gutem oder schlechtem Elternhaus wird sich früher oder später für etwas entscheiden. Außerdem kann man nicht “so werden”, siehe Frage 8.
Frauen die beispielsweise (und das ist ein saublödes Beispiel) mal in ihrem Leben vergewaltigt wurden, müssen sich mit dieser Frage, sofern sie zufällig lesbisch sind, rumschlagen. “Achja, deshalb magst du keine Männer”. Ich glaube, so etwas ist Blödsinn. Demnach müsste jede vergewaltigte Frau lesbisch werden, oder? Siehe auch Frage Nr. 2.
Nein, viele Lesben kommen mit Männern sogar teilweise besser klar, als mit demselben Geschlecht. Wir wollen beide dasselbe. Außerdem können auch Lesben Männer hübsch finden. Nur weil wir nicht mit ihnen schlafen (wollen), hassen wir sie doch nicht. Das wäre ja fast so, als würde man seinen Freundeskreis hassen, weil man mit keinem von ihnen schläft.
Ich habe einen sehr guten langjährigen Freund und es macht immer wieder spaß, wenn wir beide uns über heiße, gutaussehende Frauen unterhalten.
Den gibt es nicht. Hier geht es darum, “wer die Hosen an hat”, wer dominanter ist, die stärkere Schulter zum ausheulen oder anlehnen hat. So etwas gibt es. Aber auch in “Heten-Beziehungen” gibt es eine/einen, welcher “der Mann im Haus ist” und meistens ist es nicht einmal der Mann. Sicher gibt es Rollenverteilungen. Ich wäre vielleicht die perfekte Hausfrau und die andere kann dafür Möbel aufbauen und ist handwerklicher begabt. Gleiches und Gleiches stößt sich ab? Nicht in diesem Fall. Frauen können sich wunderbar ergänzen.
Diese Frage musste ich aufnehmen und beantworten, da ich mich einst sehr über Österreich und unsere deutsche Politik aufregte.
“Vor Gott sind alle Menschen gleich”, das sei vorweg gesagt. Sagt Gott in der Bibel nicht so etwas ähnliches? Dass wir alle seine Kinder, ja sogar sein Abbild sind? Ertappt, ich bin kein Christ, der jeden Sonntag die Kirche besucht und die Bibel interessiert mich auch nicht, aber so habe ich es schon oft gehört. Es gibt viele Schwule und Lesben die absolut an Gott glauben, die in die Kirche gehen und nach einem bestimmten Prinzip leben. Leider missversteht die katholische Kirche einiges…Und Sünde? Leben wir nicht alle in Sünde? Demnach müssten auch die Heten unchristlich sein, da Sex beispielsweise etwas Abscheuliches ist, nicht wahr? Fortpflanzung? Sind Lesben deshalb unchristilich? Weil sie keine Kinder bekommen/zeugen können? Was ist mit den Frauen, die hetero sind und unfruchtbar sind? Das ist sehr traurig, aber deshalb können sie trotzdem Christen sein.
Erst mal bin ich der Meinung, dass die Medien sich gern jemanden suchen, auf den sie’s schieben können. Bestes Beispiel: “Mann begeht Mord an seiner Frau”… aber
handelt es sich zufällig um einen Türken, heißt es gleich “Türkischer Mann begeht Mord an seiner Frau” und so wird die Gesellschaft gegenüber Minderheiten aufgehetzt.
Wenn es Berichte über neue Aids-Fälle gibt, werden immer wieder gern Regenbogenflaggen eingeblendet, zwei Männer die engumschlungen tanzen und upps, jetzt wird auch zu einem “normalen” Mann rübergeblendet der mit seiner Frau tanzt.
Diskriminierend und verständlich, dass die Menschen bei dem Thema gleich an die “Homos” denken. Die Wahrheit ist jedoch, dass sowohl Mann+Mann, als auch Mann+Frau oder auch Frau+Frau Aids übertragen können. Es geht hierbei ums “wild durch die Gegend machen, ohne Gummi, ohne jeglichen Schutz” und da sind die Heten genauso verantwortungslos wie die Homos.
Die Schwulenszene beispielsweise ist sehr “abwechslungsreich”, sollte aber nicht verallgemeinert werden. Auf Hetenpartys geht es – mit einem gewissen Alkoholpegel (oder auch nicht) – genauso heftig zu.
Die Antwort zu dieser Frage lautet also klar “Nein, aber…”
Wenn euch noch eine Frage einfällt: Ich nehme sie gern auf und beantworte sie. Nur her damit!
Nun: Es geht doch nur um Liebe, Beziehungen. Warum all diese Fragen? Würden wir den Heterosexuellen dieselben Fragen stellen? Wahrscheinlich nicht. Was intererssiert eine andere Person das “Intimleben” eines Anderen? Warum man so ist, wie man ist: Das ist doch jedem selbst überlassen. Nicht der Andere, sondern ich muss glücklich sein.
Es hat sich möglicherweise viel getan was die Toleranz der Menschen betrifft, aber wir werden nie dort sein, wo dich jemand fragt: “Hey, hast du einen Freund…oder eine Freundin?” So etwas wird nie selbstverständlich sein…
Aber was sagte einst eine (angeblich) tolerante ehemalige Arbeitskollegin zu mir? “Das sind ja auch nur Menschen!” Danke, danke. Und ich dachte schon, wir sind Außerirdische!
Links zum Thema bei Wiki:
● Homosexualität
● Lesben- und Schwulenbewegung
● Coming-Out
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2 Kommentare
J.
21|Feb|2010 1N`abend, einige haben gefragt ob Homo`s Genfehler haben!?
P.s. Interessantes Bericht von dir
J.
27|Mrz|2010 2Hab da eine Frage und mich würde interessieren, ob es eine Lesbe gibt , die als Buddhismus (Buddha) lebt, gibt es ? …hm
Lieben Grüß sendet dir J.